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Entflogen

Ob es andere wohl auch haben`?
Dieses seltsame Gefühl?

Als würde man selbst seinem eigenen Körper entfliehen...
man sitzt neben sich.
Alles kommt einem vor, wie im Fernsehen.
Wie in den Serien, in denen es eine Stimme gibt, welche alles erzählt.
Bilder beschreibt, Gefühle andeutet, Gedanken und Handlungen hinterfragt.
Man sitzt da... einfach so...
Man hat eine Geschichte, eine Geschichte, die sich anfühlt, wie niedergeschrieben.
So normal, menschlich.
Nicht besonders außergewöhnlich und spannend.
Es kommen nur die normalsten Dinge vor, wie Trauer, Herzschmerz, Freude, Stress, Gelassenheit-- ich könnte ewig so weiter machen...
Die Vergangenheit scheint so unveränderbar, kein bisschen atemberaubend.
Die Zukunft vielleicht schon in Planung, oder zumindest eingeschränkt durch gewisse Vorstellungen.
Ziele, die man sich höchstwahrscheinlich gesetzt hat, werden angestrebt. Und so wird die Zukunft bestimmt.
Und die Gegenwart??
So schnell schon Vergangenheit...

Aber jetzt.. in diesem Augenblick..
genau in diesem Augenblick scheint die Gegenwart zu verharren.
Keine Vergangenheit, keine Zukunft.. nur das hier und jetzt.
Wer ist man selbst?? Dieser Körper?
Beschreibt er einen Menschen??
Was ist, wenn man diesen Körper nicht hätte? Wären die Gedanken ebenfalls anders? Wie würde man seine Vergangenheit gelebt haben und seine Zukunft noch leben?

Keine Wärme, keine Kälte.. kein Geruch, keine Töne.. alles ist still...
So Unwirklich... eigentlich sollte es lenkst Vergangenheit sein..
so habe ich meine Vergangenheit gerade geschaffen.
Man schafft seine Vergangenheit selbst-- und zwar genau durch das, was wir in der Gegenwart tun..
..aber ich tue doch gar nichts?!
ICh sitze einfach da und bin doch ganz woanders.
Ich spüre meinen Körper nicht. Will ich das nicht? Oder werde ich unfreiwillig dazu gebracht?
Durch wen und was?
Wie kann so was sein? Wie ist das möglich?? Sich selbst als Fremde anzusehen??!!??

In dieser Situation bin ich nicht zum ersten Mal... schon als jüngeres Mädchen hatte ich derartige "Begegnungen" mit mir selbst oder besser Gegenüberstellung von mir selbst.
Da dachte ich immer, ein Engel hätte mich aus diesem Instrument genommen, um mich zu halten und mir zu zeigen, dass es wichtigeres gibt.
Dieses Instrument.. meine Hände.. meine Augen.. meine Lippen.. -- mein Körper-- es ist nur ein Mittel.
DIeses Mittel macht uns nicht aus.. es ist bloß eine Hilfe das Innere zu intensivieren.
Berührungen, Küsse, Umarmungen.. sie tragen dazu bei bestimmte Gefühle und Gedanken wachsen zu lassen. Und genau dies ist, was uns ausmacht.

Nicht mit dem Körper bestimmen wir Vergangeheit, Gegenwart und Zukunft...

3.11.07 17:27, kommentieren



Gleiches an Gleiches

Gemeinsamkeiten haben eine unglaublich starke Wirkung auf Menschen.
Schon einmal habe ich dieses Thema ansatzweise angesprochen...
Und wieder fällt es mir auf.

Geht man durch die Straße kann man derartiges ohne Probleme und so ziemlich auf Anhieb erkennen!!
Die verschiedensten Arten gibt es.

Arten, die auch unterschiedlich gewichtet sind.
Religion, Sprache, Herkunft, Kultur, ähnliche Erlebnisse, gleiche Schicksalsschläge-- sind einige der Wirkungsvollsten- die Verbindlichsten...

Am einfachsten zu beobachten ist dies bei jüngeren Leuten in offiziellen Veranstaltungen wie Schulen, Unis, Vereine (...) oder wie bereits erwähnt einfach auf der Straße.
ES finden sich am schnellsten Grüppchen zusammen, die auf äußerlich basierende Merkmale achten.
Türken, Russen, dunkelhäutige Menschen etc. finden sich am einfachsten.

Wahrscheinlich gibt es einem eine gewisse Art von "Sicherheit"/ "Rückendeckung" unter "Gleichgesinnten" zu verkehren.
Vllt. gibt es einem ein Gefühl von "Bekanntem" von "Teilendes- Schicksal" , von "Heimat"...
Kleineren Kindern ist es gleichgültig mit wem sie etwas spielen.
Wird man erwachsen, so fließen soziale, kulturelle Aspekte mit ein und verändern dementsprechend die Haltung zu anderen Menschen.
Vorurteile oder eingesittete Sichtweisen schränken oft die "moderne Offenheit" ein, obgleich man es selten zugeben mag.
Da solche Einstellungen und Tatsachen relativ bekannt sind, wirkt es sich wohl auch auf das Verhalten aus,Freunde zu suchen.
Und zwar in dem Bereich, in welchem man sich verstanden fühlt.
Es bilden sich also Gruppen mit Gemeinsamkeit- orientierten Leuten.
Dies geschieht in den simpelsten Gelegenheiten:

StudiVz wird allen bekannt sein? In welche Gruppen tritt man ein?
In die, welche einem zusprechen, welche gleiche Interessen verfolgen, wie man selbst.

Selbsthilfegruppen: Menschen mit ziemlich ähnlichen Schwierigkeiten!
Tanzgruppen: Menschen , die die Lust zur Musik und der darauf richtenden Bewegung teilen!

Unglaublich viele Einteilungen herrschen in unserem alltäglichen Leben.
Dann müsste es auch nicht verwunderlich sein, wenn gleiche Kulturen sich zuerst kennen lernen, vorrausgesetzt die gleichen Wurzeln liegen ähnlich weit bei einander und sind erkennbar.
Es fällt einem einfach leichter, eine möglichst ähnliche Person anzusprechen als eine, die sich komplett von einem selbst unterscheidet.
Ein eher zum HipHop orienterter Typ wird kaum einen Punk ansprechen, um neue Bekanntschaften zu knüpfen und andersrum wird es auch so sein.
(Zumindest ist dies meistens der Fall, aber auch nicht immer!!)

Nicht verwundert oder überrascht betrachte ich also dieses Faktum, dass vor mir 2 dunkelhäutige Jungs alleine sitzen...
aber faszinierend und irgendwie schade ist es doch!

13.11.07 21:00, kommentieren